ab 3 Jahren

Das Zebulon und sein Ballon

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Das Zebulon und sein Ballon - Kinderbuch ab 3 Jahren

Mein Sohn sagt, die Geschichte sei ihm eine Spur zu trau­rig. Außer­dem gereimt. Und drit­tens: Was soll das über­haupt sein – ein Zebu­lon?!

Auf­merk­sam bis zum Schluss ange­hört hat er die Geschichte von Alice Brière-Haquet aber doch. Über einige der (manch­mal etwas holp­ri­gen) Reime musste er sogar lachen. Und was ein Zebu­lon ist, das hat er auch her­aus­ge­fun­den: Es han­delt sich dabei ent­we­der um einen der zwölf Stämme Isra­els, eine Klein­stadt in North Caro­lina, den ehe­ma­li­gen Namen einer schwe­di­schen Metal-Band oder eben um ein lus­ti­ges, klei­nes Tier mit spit­zer Nase und gro­ßen Kul­ler­au­gen.

Die­ses kleine Zebu­lon liebt sei­nen roten Luft­bal­lon über alles. Dumm nur – schon auf der zwei­ten Seite fliegt er ihm – „Huiiiijt” – davon. Armes Zebu­lon, ganz allein im Wald. Da hat es natür­lich Angst. Und dann leuch­tet da auf ein­mal auch noch etwas „rot und rund: Ist das viel­leicht der Gru­sel­grund?, über­legt das Zebu­lon, oder ist es gar mein Luft­bal­lon?”

Aber nein, es sind die Augen einer Eule. Die schließt Freund­schaft mit dem armen Zebu­lon und ver­spricht, ihm bei der Suche nach dem Luft­bal­lon zu hel­fen.

Das Zebulon und sein Ballon - Kinderbuch ab 3 Jahren

So geht das wei­ter: Irgendwo blitzt etwas Rotes her­vor, das Zebu­lon ist ganz auf­ge­regt, geht nach­schauen – und dann die Ent­täu­schung, wie­der kein Luft­bal­lon. Statt­des­sen sam­melt das Zebu­lon immer mehr Freunde ein: zwei Tur­tel­tau­ben, drei Schne­cken, vier Rau­pen. Aber eben kein Bal­lon! Das Zebu­lon weint bit­tere Trä­nen – bis ihm auf ein­mal klar wird: „Einen Freund ver­lo­ren, zehn Freunde gewon­nen! Kein Grund mehr, trau­rig zu sein.”

Man merkt schon: Hier wird ers­tens sehr gelun­gen zäh­len geübt. Und zwei­tens ist „Das Zebu­lon und sein Bal­lon” so eine Art Ver­lust-Bewäl­ti­gungs-Hilfe für Klein­kin­der. Es ver­an­schau­licht eine Reihe von Apho­ris­men: In jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öff­net sich eine andere. Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Tier­chen her.

Das Zebulon und sein Ballon - Kinderbuch ab 3 Jahren

Mein Sohn kann die­ses Kon­zept aller­dings nur so halb gut­hei­ßen – ihm wäre es defi­ni­tiv lie­ber gewe­sen, wenn das Zebu­lon am Ende den Bal­lon wie­der­ge­fun­den hätte. Nicht umsonst geht der zitierte Türen-Sinn­spruch von André Gide ja auch noch wei­ter: Die Tra­gik liegt darin, dass wir nach der geschlos­se­nen Tür bli­cken, nicht nach der offe­nen.

Egal! Das Buch ist trotz­dem schön. Ein biss­chen poe­tisch, ein biss­chen lus­tig, ein biss­chen lehr­reich. Die Illus­tra­tio­nen von Oli­vier Phil­ip­pon­neau (Holz­schnitte in schwarz, weiß und rot) sind ganz wun­der­bar! Und die Auf­ma­chung (dicker Pap­p­ein­band außen, innen schwe­res, fes­tes Papier) lässt sich nur in einem Wort zusam­men­fas­sen: edel.

Das Zebulon und sein Ballon”

Von: Alice Brière-Haquet (Text), Oli­vier Phil­ip­pon­neau (Illus­tra­tio­nen) und Ursel Scheff­ler (Über­set­zung)
Ver­lag: Ravens­bur­ger
Bil­der­buch ab 3 Jah­ren
ISBN: 978–3473445776
Gebun­dene Aus­gabe: 32 Sei­ten
For­mat: 26,4 x 20,2 x 1,2 cm
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