Yeah, yeah, Janosch! 58 Zitate zum 85.

Janosch wird 85. Hier sind 58 Zitate aus verschiedenen Zeitungsinterviews und Büchern über Liebe, Sex, Kirche, Anarchie, Lüge, Betrug, Suff, Glück, Gold und Geigen.

  1.  „Ich hatte so die Schnauze voll von diesem Job, weil ich überhaupt nichts bezahlt gekriegt hab, ich hab nichts verdient.“
  2.  „Gott schenkte mir den Befehl, einen kleinen Tiger und den anderen zu erfinden. Damit ich nicht arbeiten muss.“
  3.  „Ich weiß noch, wie ich diesen magischen Augenblick hatte. Da hab ich eine Tasche genommen und bin nach Ibiza gefahren, hab da so in einer Kneipe rumgesessen, draußen und trank zwei Cuba Libre. Beim zweiten Glas hatte ich plötzlich die Idee, dass der blöde Bär nach der Reise wieder nach Hause kommt und denkt, das ist das, was er gesucht hat. Ich flog im Flugzeug zurück und hab das aufgeschrieben.“
  4. „Einmal wurde mir auch in Panama ein Orden verliehen, angeblich der höchste, den sie haben. Aber ich glaube, die haben sich einen Spaß mit mir gemacht. Der ist nämlich nicht aus Gold.“
  5. „Also bevor ich dieses eine Buch geschrieben habe, Sie wissen schon, kannte keine Sau Panama.“
  6. „,Wenn man einen Freund hat‘, sagte der kleine Bär, ,der Pilze finden kann, braucht man sich vor nichts zu fürchten. Nicht wahr Tiger?'“
  7. „Was gehört zum perfekten Fernsehabend dazu? Man braucht jemanden, mit dem man sich vor den Fernseher setzen kann. Und wenn man genau den Richtigen hat, braucht man eigentlich gar keinen Fernseher mehr.“
  8. „Denn die Sonne scheint, ich ärgere mich über gar nichts, was will ich mehr!“
  9. „Mein Lieblingswein ist der rote. Habe ich aber keinen, kommt es zu keiner Trauer, dann trinke ich weißen. Habe ich keinen weißen, trinke ich Wasser. Habe ich auch kein Wasser, vergesse ich den Durst. Das sind so die Kunststücke meiner Seligkeit.“
  10. „Je weniger du brauchst, desto mehr hast du.“
  11. „Heute esse ich manchmal trockenes Brot. Einfach aus Freude, dass ich Brot habe.“
  12. „In den 60er Jahren waren wir eine Zeichnergruppe bei ,Pardon‘, einer Satirezeitschrift. Wir trafen uns manchmal in Frankfurt, tranken Bier und machten die Revolution der frühen Jahre. Einmal kritzelte Waechter eine gestreifte Ente so hin, schob mir den Zettel rüber und sagte: ,Tigerente.‘ Ich sagte: ,Sieht gut aus.‘ Ich verwendete den Zettel noch für eine andere Notiz, steckte ihn in die Tasche, Tigerente abgehakt und vergessen. Als ich mein Panamabuch zeichnete, hatte ich einen Waechterkalender hängen, sah wieder die Tigerente und zeichnete sie auf eine meiner Zeichnungen. Ich zeichnete gern bei Waechter und Ungerer ab, weil sie Genies sind.“
  13. „Ich wiederholte immer wieder und auch in der Presse, dass die Ente nicht von mir, sondern von Waechter sei. Die Bavaria warnte mich. Wenn ich die Aussage nicht zurückzöge, müsse sie juristisch reagieren. Also zog ich sie zurück.“
  14. „Ein tolle Geschichte, nicht wahr? Allerdings komplett erfunden. Ich erfinde gern Geschichten, müssen Sie wissen. Besonders, wenn man mir dumme Fragen stellt.
  15. „Ich stelle also, noch mal zum Mitschreiben, hiermit endgültig fest: Mein Freund und geschätzter Kollege F.K. Waechter hat nie, auch nicht nebenbei oder ganz klein im Eck, eine Tigerente gemalt. Und ich habe sie nie bei ihm geklaut. Die Verantwortung für das Vieh muss ich schon selbst übernehmen.“
  16. „Wer dieses hier liest, braucht sich vor nichts zu fürchten.“
  17. „Ich kann die Tigerente nicht ausstehen.“
  18. „Ich habe seit Jahren nichts mehr damit zu tun und die Zerstörung geht rapide weiter bis zur peinlichsten Verkitschung.“
  19. „Nicht gut zu ertragen ist, dass über den Kitschproduktionen mein Name steht. Tigerentenkinderwurst…“
  20. „Ein Buddhist kann alles ertragen und richtet es sich sogar in der Hölle gut ein.“
  21. „Mein Hauptverlag in Zürich verkaufte an mir vorbei, in einem streng geheimen Vertrag, meine gesamten Nutzungsrechte an allen meinen Werken, Bildern, Texten und Filmen für acht Millionen Schweizer Franken.“
  22. „Nicht stinkreich, aber sehr reich war ich schon.“
  23.  „Ich bin mehrfacher Millionär oder Milliardär. Sagen Sie ruhig Milliardär.“
  24. „Sie können mich fragen, wann ich gelogen hab, dann sag ich Ja oder Nein.“
  25.  „Also fliegen kann ich nicht, aber ich könnte. Ich müsste wollen.“
  26.  „Aber ich will nicht. Weil mein Lebensmotto ist: nicht wollen, nicht wissen, nicht haben. Schwer zu verstehen.“
  27. „Ich hatte immer Ärger mit meinen Frauen, weil ich als Frauenfreund galt. Da habe ich mir gedacht, dann bin ich halt Frauenfeind. In Wirklichkeit ist mir das egal.“
  28. „Frauen befehlen. Das ist nicht gut. Aber bei mir ist das gut. Weil meine Frau ist intelligenter als ich. Also, ich mach alles, was sie sagt.“
  29. „Wir sprechen nicht sehr viel, haben aber eine unglaublich tiefe, telepathische Verbindung. Ich gebe den Hunger per Gedankenübertragung zu ihr rüber. Wenn sie zum Beispiel einkaufen geht, bitte ich sie telepathisch, Käse mitzubringen. Das klappt immer.“
  30. „Ich weiß jetzt, wenn man das Geheimnis hat, ein Vogel zu sein, kann man an zwei Orten gleichzeitig leben: hier und woanders.“
  31. „Ich mache Wassersport. Na ja, nicht nur.“
  32. „Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person.“
  33. „Katholisch geboren zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens.“ 
  34. „Ein Großteil in meinem Gehirn wurde in dieser Kindheit durch den Suff meines Vaters, die Quälerei in der Hitlerjugend und in der Kirche so zerstört, dass es wie ein Ballast tot ist.“
  35. „Gottesfurcht, Ehrfurcht vor den Eltern. Kein Katholik glaubt ja an den Katechismus, und bei den anderen Kindern ging das hier rein und da raus.
  36.  „Bei mir leider nicht. Ich glaubte alles: Schuld daran, dass wir nicht im Paradies sind, ist das Weib. Und die Sache mit der Unkeuschheit; ich wusste ja nicht, was das ist. Ich hielt den Büstenhalter für unkeusch und fürchtete ihn wie das Fegefeuer. Die totale Verblödung.“
  37.  „Einmal katholisch, immer katholisch. Das ist so, wie wenn einem die Beine abgesägt werden, die wachsen nicht mehr nach.“
  38.  „Zum Beispiel hatte ich das ganze Leben lang nie richtige Freude am Sex. Nie. Na, jetzt isses vorbei.“
  39. „Meine Lieblingsjahreszeit ist die Zeit der Ewigkeit nach dem Leben. Immer Sonne und kein Gott in der Nähe.“
  40. „Da ich ein Sünder und Ketzer bin, wird Gottvater mir noch eine lange Lebenszeit schenken, damit ich wieder in den heiligen Schoß der Kirche zurückkomme.“
  41.   „Ich glaube, dass der reale Jesus viel Vernünftiges sagte.“
  42.  „Ich suchte immer alles das, weil es in meiner Familie nicht vorkam, wie einen Rettungsring.“
  43. „Enttäuschung ist mir eine Beglückung, denn zuvor war ich getäuscht, danach ist die Täuschung aufgehoben.“
  44.  „Ich halte mich für begünstigt. Ich kann jetzt mehr ertragen.“
  45. „Also, das Thema wäre die Grundstimmung meines Lebens, die Auflehnung gegen alles, was Macht ausübt: Anarchie.“
  46.  „Ich denke, wir werden zu Anarchisten gemacht. Wir sind den Eltern ausgeliefert, und die üben eine Macht aus, die selten vernünftig ist. Sie sind stärker, schlagen drauf. Daraus entsteht Anarchie.“
  47. „Mir war zum Beispiel immer klar, falls ich zum Militär eingezogen werde, muss ich desertieren. Entweder man gehorcht dem Staat und erschießt andere Leute, oder man wird selbst vom Staat erschossen. So ist er, der Staat. Kann über uns verfügen, wie er lustig ist. Zum Desertieren gehört auf jeden Fall mehr Mut als zum Nicht-Desertieren.“
  48. „Ich war zwei Jahre zu jung, um im Krieg noch in die Wehrmacht zu kommen, und zwei Jahre zu alt, um für die Bundeswehr tauglich zu sein. Also genau dazwischen. Aber die Bereitschaft zum Desertieren war da.“
  49. „Ich hatte früher wahnsinnige Kraft. Ich wurde nie müde, ich konnte arbeiten, was das Zeug hielt, und dann fing ich an, mich schon früh morgens zu besaufen. Diese Zerstörung ist mir ganz gut gelungen. Mit fünfzig war ich fertig. Dann habe ich damit aufgehört.“
  50.  „Gin trinken. Wodka czysta ging damals auch. Oder anders in einen Rausch geraten. Seitdem Alkohol für mich als Betäubung wegfällt, entsteht kein gutes Janosch-Buch mehr.“
  51. „Friede: JA. Ist wunderbar. Ordnung brauche ich nicht.“
  52.  „Später konnte ich mich durch Yoga in einen anderen Zustand begeben, das ging auch gut. Hätte ich noch einen Verlag, welcher ein Buch abnehmen würde, könnte ich es jetzt ohne Alkohol schreiben.“
  53.  „Mein Stil ist kritzeln. Vielleicht ist das ein neuer Stil.“
  54. „Zwei Drittel des Jahres liege ich in der Hängematte, aber wenn gearbeitet wird, wird gearbeitet.“
  55. „Glück ist ein Zustand im Kopf. Ich kann es fast zu jederzeit herstellen. Das geht mit Yoga.“
  56. „Wenn ich zu essen bekomme (Borschtsch z. B.), ist alles ganz einfach. Und etwas Polkamusik brauche ich auch noch. Geige geht auch. Zigeuner oder Debussy.“
  57. „Seit ich meine Haare verliere, male ich gerne Haare. Meine Löwen kriegen auch immer größere Mähnen.“
  58. „Ein Fisch wird gebraten. Und Wein wird getrunken. Und ein wenig Gesang wird sein sollen. Zum Beispiel Geigenmusik müsste dann im Radio sein.“